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Kerzenverkauf der Wachszieherei Fürst
Gezogene Kerzen höchster Qualität - aus Münchenīs einziger Wachszieherei - seit 1862
Uttinger Straße 18, D-81379 München, Germany
Tel.: +49 (0)89 714 45 61 Fax: 089 - 719 62 03
>>> Im Jahre 2007: 145 Jahre <<<
| Walter
Fürst
+ 4.3.2006 |
Kleine
Familienchronik

Franz Xaver Sagmüller |
Im Briefkopf unserer Firma steht "Gegründet
1862 ", früher war auch noch zu lesen: " Inhaber Franz Xaver Sagmüller,
vormals Joseph Luckner." In unserem Falle ist die Gründerzeit der Firma
nur sehr schwer mit alten Dokumenten und Unterlagen zu beweisen, da die
Kriegseinflüsse 1945 alles zunichte machten.
Wer war nun Joseph Luckner? In Landshut gab es lange Zeit
einen Wachszieher mit dem Namen Luckner. Es ist anzunehmen, daß es Brüder
waren, von denen einer nach München zog um hier seinen Beruf auszuüben.
Jedenfalls entstand die kleine
Wachszieherei des Joseph Luckner im Herzen Münchens, der Sporerstraße in
Nr.4. Dort arbeitete als Geselle mein Großvater Franz Xaver Sagmüller und
übernahm diesen Betrieb. Er kaufte zusammen mit dem Milchhändler Krüger
das Anwesen Sporerstraße 2 und zog mit seiner Wachszieherei dort hin. |
| Aus seiner Ehe Anna mit Freiberger entstammte meine
Mutter Anna Sagmüller. Der Buchdruckermeister Josef Fürst verehelichte
sich mit Anna Sagmüller und erlernte noch den Beruf des Wachsziehers mit
abschließender Meisterprüfung. Damals befand sich die Werkstätte im Keller
Sporerstraße 2, der Laden zu ebener Erde und im 3. Stock die Wohnung. 1927
kam meine Schwester Annemarie und 1930 der Stammhalter zur Welt.
Zu dieser Zeit gab es in München noch weitere
Wachsziehereien und Kerzenfabriken, so die Firmen Joseph Gautsch und
Milly-Kerzen. Die älteste Wachszieherei dürfte die der Gebrüder Ebenböck
in der Sendlingerstraße gewesen sein mit ihrer Wachsbleiche in Pasing. Es
gab noch die Wachszieherei Wesely am Petersberg und in der Herrnstraße. |

Josef Fürst |

Laden Sporerstraße 2
um 1900 |
Der Krieg setzte vielem ein Ende. Nicht nur
der eingesessenen Bürgerschaft, der Stände und Zünfte, der Gemütlichkeit
und Tradition. Auch unser Betrieb mit Ladengeschäft war am 7. Januar 1945
von heute auf morgen in Schutt und Asche verschwunden. Ebenso traf es die
Firmen Ebenböck, Gautsch und Milly. Es kam die
berühmte Nachkriegszeit mit Ihrem Willen zum Fortbestand und Wiederaufbau
aus primitivsten Mitteln. Bei meinen Aufzählungen alter Wachszieher darf
die alteingesessene Firma des Meinrad Forster in der Inneren Wiener Straße
nicht übersehen werden. Gerade diese Firma war es, die uns die Möglichkeit
bot, wieder Fuß zu fassen.
Der nächste Schritt waren die Kellerräume
in der Promenadestraße 15, welche später in Kardinal-Faulhaber-Straße
umbenannt wurde. Beim Aufbau dieses Anwesens mußten wir wieder umziehen,
nun in das Rückgebäude Fürstenstraße 10. |
Bei all diesen Anstrengungen mit relativ
wenigen Mitteln unsere Wachszieherei wieder aufzubauen möchte ich
besonders meiner Mutter danken, die durch ihren unermüdlichen Einsatz und
unter schweren Entbehrungen, dazu beitrug die Firma zu erhalten.
Ich danke auch einigen Wachszieher Kollegen, besonders der Firma Karl
Wiedemann Deggendorf und Firma Dunzinger Regensburg. Sie halfen in der
schlimmsten Zeit mit Werkzeug und Kerzen.
Nach Fertigstellung des Hauses Kardinal-Faulhaber-Straße 15 konnte der
erste Laden der Wachszieherei Fürst wieder eröffnet werden.
In der Kriegs- und Nachfolgezeit hat sich meine Schwester
Annemarie mit großem Einsatz und Fleiß um den Fortbestand des
Ladengeschäfts angenommen. Durch Ihre Bemühungen und Ihr persönliches
Engagement konnten wir nach dem Wiederaufbau des Hauses Sporerstraße 2
durch die Firma Münzinger unseren Laden wieder an dem Ort seiner Gründung
eröffnen. |

Annemarie Fürst |
1955 wurde die eigene Werkstatt an das vorhandene Haus
in Mittersendling Uttinger Straße 18 angebaut und in Betrieb genommen.
Die zukünftige Führung meines Betriebes wird in der Verantwortung meiner
handwerklich gut ausgebildeten Söhne Franz und Bernhard liegen. Ich würde
mich freuen, wenn Sie meinen Söhnen dasselbe Vertrauen entgegen bringen,
wie Sie es mir gegenüber in der Vergangenheit gezeigt haben.

Walter
Fürst (+ 4.3.2006) mit seinen Söhnen
Franz (Li.) und Bernhard (Re.) |
23.11.2006
- Bernhard Fürst
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